Nur etwas mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Scream Silence mit Ihrem fulminanten Album "Saviourine" sowohl Kritiker als auch die stetig wachsende Fangemeinde in Ihren Bann zogen. Und schon 15 Monate später legen die oft als die "fleißigen Scream Silence" betitelten Berliner mit "Aphelia" ihr nunmehr sechstes Album nach. Schon Ihr 1999er Debüt "To Die For" war damals bereits äußerst erfolgreich, ist seit Jahren ausverkauft und gilt heute als viel gesuchtes Kultalbum des Gothic Rock.
In jedes der folgenden vier Alben investierten die Berliner mehr und mehr Monate intensivster Kreativarbeit im mittlerweile labeleigenem Plainsong-Studio und erschufen dort kontinuierlich Ihren ganz eigenen musikalischen Mikrokosmos, dessen Grenzen sie mit jedem neuen Album spürbar erweiterten.
Doch Scream Silence haben sich in ihrer Bandgeschichte nie von ihrem selbst erschaffenen musikalischen Horizont beeindrucken lassen. Im Jahr 2004 schlugen sie ein vorliegendes Angebot des Majors Columbia Records aus und gründeten stattdessen ihr eigenes Label Plainsong Records, um ihrer musikalischen Kreativität endgültig den nötigen Freiraum fernab jeglicher Klischees zu geben. Und gerade deshalb zählen Scream Silence heute zu Recht zu den wenigen Ausnahmebands, die dem Dark Rock mit jedem Album neue Akzente geben und diesen so auch entscheidend prägen.
Höchstbewertungen und das eine oder andere Album des Monats waren die Antwort der Presse. Auch Kollegen, wie etwa Wayne Hussey, der "ELEGY" zu seinem persönlichen Album des Jahres 2005 kürte, zollten dieser musikalischen Leistung Respekt.
Mit Ihrem sechsten Studioalbum geht die mittlerweile zum Quintett gewachsene Band weit über ihre Grenzen und setzt zum nächst höheren Sprung an: To The Back of Beyond - ans Ende der Welt.
"Aphelia" die "Sonnenferne" aus der griechischen Mythologie entfacht geradezu ein Feuerwerk aus scheinbar unerschöpflicher Leidenschaft, welche sich in hoch infektiösen Ohrwürmern mit selbst bei Scream Silence bisher ungehört kreativem Songwriting entlädt.
Der Aufstieg des langjährigen Live-Gitarristen Rene Gödde zum festen Bandmitglied hat dem Sound der Band in jeder Hinsicht gut getan. Nachdem Scream Silence bereits mit ihren erfrischend offensiven Live-Shows einige Härtegrade zulegten, entwickelte sich nun auch "Aphelia" deutlich rauer als die Vorgängeralben. In einigen Songs des neuen Materials gesellen sich zu den Scream Silence typischen eingängigen Melodien häufiger Alternative- oder auch Progressive-Elemente. Sowohl clubtaugliche Singles ("Kerosene", "The Vitriol"), düstere Gothic Rocker ("Harvest", "In Every Sin"), Dark Rock Hymnen("Nothingness", "Unspoken") als auch die von den Fans der Band innig geliebten epischen Balladen("My Eyes", "Aphelia") verschmelzen hier zu einem harmonischen Konzeptalbum mit Durchhörgarantie.
Frontmann Hardy Fieting gewährt in den zehn Songs auf "Aphelia" dem Hörer tiefen Einblick in seine fragile Seelenwelt: "Aphelia" erzählt von Einsamkeit, von dem Gefühl, nicht in diese Welt zu gehören, nur Kälte zu spüren, gleichsam dem sonnenfernsten Ort ohne Aussicht auf Wiederkehr.
Jeder Titel des Albums erzählt seine Geschichte mit nachhaltiger Tiefenwirkung, denn um seinen Lyrics Ausdruck zu verleihen, entblößt der Ausnahmesänger ein gewaltiges Stimmvolumen, welches in Dynamik und Tonumfang seinesgleichen sucht.
Das visuelle Konzept des Albums verzichtet nahezu auf die Darstellung von Songtexten und wurde stattdessen im aufwändig gestalteten, mehrfach aufklappbaren DigiPak grandios in Bilder gefasst. Aphelia, als Mädchen symbolisiert, gleichsam ein Sinnbild für die Zerbrechlichkeit der menschlichen Seele, wandelt in unwirklichen Welten, scheint nirgendwo dazu zu gehören und findet ihre Heimat letztlich nur am dunkelsten und kältesten aller Orte - tief in sich selbst.
Als besonderes Schmankerl wird die limitierte Erstauflage zudem einige der von der Fangemeinde seit Langem erhofften Live-Tracks des im Dezember im Berliner Klub K17 mitgeschnittenen Konzerts enthalten.
Scream Silence hinterlassen auf "Aphelia" eine beeindruckende klangliche Aura, erfüllt von emotionaler Wärme und mit bisher ungehörtem musikalischem und inhaltlichem Tiefgang.
Ein Album, in das man eintauchen muss, um seinen Songs von bleibender Schönheit und Intensität zu verfallen.
Die wärmsten Klänge aus der sonnenfernsten Welt, die Scream Silence jemals erschufen.
Kontakt:
web: www.screamsilence.de
mail: info screamsilence.de
Photos:
href="http://www.darkview.de - Annie Bertram - Editing: Jo Bekker
Label Plainsong Records:
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